Sabine Lutzenberger
Die Augsburgerin Sabine Lutzenberger - eine der Pionierinnen des mittelalterlichen Gesangs und seit nunmehr über zwanzig Jahren eine der herausragenden Sängerinnen auf diesem Gebiet - war langjähriges und prägendes Mitglied des „ensemble für frühe musik augsburg“ sowie des italienischen Ensembles „Mala Punica“, singt aber auch in Gruppen, wie dem Huelgas Ensemble, Millenarium oder - in der zeitgenössischen Musik: - dem Klangforum Wien.
Wichtige Impulse für ihr künstlerisches Schaffen erhielt sie zuerst während ihres Studiums an der Schola Cantorum in Basel, wurde und wird aber auch durch die Zusammenarbeit mit Musikern wie Pedro Memelsdorff oder Paul Van Nevel entscheidend geprägt.
Ihr Repertoire umfasst neben dem schlichten Gesang des Mittelalters und der Renaissance auch Barockmusik. Ein weiterer besonderer Schwerpunkt sind Avantgarde-Gesang, Improvisation und Stimmexperimente. So war sie als Interpretin zeitgenössischer Musik etwa 2006 beim Festival „4020“ Linz und „Wien modern“ (zugleich auch ihr Debut im Wiener Konzerthaus) mit einer Komposition von Bernhard Lang zu hören.
2007 entstand die Komposition „Die Sterne des Hungers“ für Mezzosopran und Orchester von Bernhard Lang, die Sabine mit dem Klangforum Wien unter Leitung von Enno Poppe im Kunstfest „pèlegrinages“ in Weimar, Wien und Venedig aufführte. Weitere Konzerte mit dem Klangforum Wien folgten in Lissabon und Porto unter dem Chefdirigenten des SWR Sinfonieorchesters, Sylvain Cambreling.
Zahlreiche CDs dokumentieren Sabine Lutzenbergers herausragende Qualitäten als Sängerin. Ihre jüngste Veröffentlichung „tempus transit“ mit Musik aus der Carmina Burana erhielt in Paris den begehrten Schallplattenpreis Diaposon d´Or. Sie ist regelmäßig zu Gast auf internationalen Festivals für Alte und zeitgenössische Musik (Laus Polyphoniae Antwerpen, Festival Oude Muziek Utrecht, Festival de Saintes...).
2005 gründete sie das Ensemble PER-SONAT, welches auf Musik des Mittelalters spezialisiert ist, und in verschiedenen Besetzungen international konzertiert. Im Herbst 2007 erschien bei Christophorus die erste CD des Ensembles, auf der Sabine Lutzenberger zusammen mit Norbert Rodenkirchen (mittelalterliche Traversflöten und Harfe) den "Taugenhort" des Heinrich von Meissen interpretiert.
SONUS über Sabine Lutzenberger:
Sabine Lutzenberger gehört mit ihrer klaren, wunderbar gerade geführten, aber dennoch sehr weichen, bruchlosen und damit auch in der Tiefe noch tragfähigen Stimme und ihrer geradezu schlafwandlerischen Intonationssicherheit zu den wenigen (Mezzo-) Sopranistinnen, die sich neben den bekannten Werken der Literatur auch mit Hingabe der Improvisation widmen - worin sie sich sowohl im Bereich der mittelalterlichen, als auch im Bereich der zeitgenössischen Musik über lange Jahre hinweg geübt und perfektioniert hat.
Dabei legt sie in ihre Interpretationen eine seltene Wärme und Emotionalität, singt mit sehr natürlicher Ausstrahlung, unter Verzicht auf jegliche Manieriertheit in Interpretation und Auftreten, und wirkt damit auf ihre Hörer ganz unmittelbar ansprechend.
Hörproben
Claudio Monteverdi: Ohime, ci cado
Improvisation
Heinrich von Meissen: In gottes schoß
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