PER-SONAT
Die Augsburger Sängerin Sabine Lutzenberger und der Kölner Traversflötist Norbert Rodenkirchen fanden sich im Jahr 2005 zu dem faszinierenden Duo PER-SONAT zusammen, das sich dem einstimmigen Repertoire des Mittelalters widmet. Obwohl sie auch heute noch häufig als Duo auftreten, wurden doch im Laufe der Jahre immer wieder auch andere Sänger, Instrumentalisten und/oder Sprecher für entsprechende Projekte eingeladen, so dass die Besetzung des Ensembles je nach Repertoire zwischen zwei und fünf Musikern schwankt, die sich um Lutzenberger herum zu spannenden Programmen zusammenfinden.
Der besondere Schwerpunkt liegt bei allen Aufführungen und Besetzungen auf einer an den Originalquellen orientierten Interpretation, auf einer spannenden, vitalen und fundierten Ausdeutung der mittelalterlichen Lyrik, sowie auf einer fantasievollen Einbeziehung von Spieltechniken, historischer Improvisation und Instrumentalbegleitung.
Sabine Lutzenberger, seit nunmehr über zwanzig Jahren eine der herausragenden Sängerinnen auf dem Gebiet der Alten Musik, war langjähriges und prägendes Mitglied des „ensemble für frühe musik augsburg“ sowie des italienischen Ensembles „Mala Punica“, singt aber auch in Gruppen, wie dem Huelgas Ensemble, Millenarium oder - in der zeitgenössischen Musik: - dem Klangforum Wien. Wichtige Impulse für ihr künstlerisches Schaffen erhielt sie zuerst während ihres Studiums an der Schola Cantorum in Basel, wurde und wird aber auch durch die Zusammenarbeit mit Musikern wie Pedro Memelsdorff oder Paul Van Nevel entscheidend geprägt.
Ihr Repertoire umfasst neben dem schlichten Gesang des Mittelalters und der Renaissance auch Barockmusik. Ein weiterer besonderer Schwerpunkt sind Avantgarde-Gesang, Improvisation und Stimmexperimente.
Sabine Lutzenberger ist regelmäßig zu Gast auf internationalen Festivals, besonders der Alten Musik (Laus Polyphoniae Antwerpen, Festival Oude Muziek Utrecht, Festival de Saintes...).
Als Interpretin von Avantgarde-Musik war sie 2006 beim Festival „4020“ Linz und „Wien modern“ (zugleich auch ihr Debut im Wiener Konzerthaus) mit einer Komposition von Bernhard Lang zu hören.
2007 entstand die Komposition „Die Sterne des Hungers“ für Mezzosopran und Orchester von Bernhard Lang, die Sabine mit dem Klangforum Wien unter Leitung von Enno Poppe im Kunstfest „pèlegrinages“ in Weimar, Wien und Venedig aufführte. Weitere Konzerte mit dem Klangforum Wien folgten in Lissabon und Porto unter dem Chefdirigenten des SWR Sinfonieorchesters, Sylvain Cambreling. Zahlreiche Rundfunk und CD-Aufnahmen dokumentieren ihre Qualitäten als Sängerin.
Norbert Rodenkirchen hat sich in den letzten 15 Jahren einen hervorragenden Namen als Traversflötist mit Schwerpunkt Mittelalter gemacht.
Vor allem als langjähriger Flötist des international renommierten Ensembles Sequentia ist er in Erscheinung getreten und ist mit diesem führenden Ensemble weiterhin regelmäßig auf vielen Festivals weltweit zu Gast. Daneben arbeitet Rodenkirchen auch mit diversen anderen Ensembles und Musikern zusammen.
Er erweckte aber auch Aufsehen durch seine faszinierenden Solokonzerte mit Rekonstruktionen von mittelalterlicher Improvisation, durch zahlreiche Kompositionen im Spannungsfeld zwischen Alter und Neuer Musik sowie durch seine Zusammenarbeit mit dem französischen Ensemble Dialogos.
Er ist ferner seit 2003 der künstlerische Leiter der Schnütgen Konzerte im Kölner Museum Schnütgen.
SONUS über PER-SONAT:
In diesem Ensemble finden sich engagierte Repertoirerecherche, Spezialisierung auf dieses Repertoire inklusive des daraus resultierenden, hohen technischen Niveaus, und dennoch immer freudige, beseelte Interpretationen auf's Glücklichste zusammen. So versammelt Sabine Lutzenberger in PER-SONAT stets ausgewiesene Mittelalterexperten, die dieser Epoche nicht nur klanglich bestens entsprechen, sondern auch in der Lage sind, dem Text und der Musik angemessen zu improvisieren.
Eine weitere Stärke des Ensembles sind seine ausnahmslos sehr durchdachten Programme, in denen es Sabine gelingt, sowohl dem Anspruch eines Wissenschaftlers auf sinnvolle Zusammenstellungen von Stücken gerecht zu werden, als auch dem berechtigten Wunsch eines möglicherweise noch nicht sehr Mittelalter-erfahrenen Publikums nach Genuss, Spannung und Unterhaltung in einem Konzert zu entsprechen. Besonders wären hier diejenigen Programme zuerwähnen, die Literatur und Musik des Mittelalters verbinden, und dem Hörer damit den Einstieg in das Denken und Klingen dieser Zeit oft erleichtern.
Hörproben
Heinrich von Meissen: In gottes schoß
Heinrich von Meissen: Die dry person
Anonym, 14. Jahrhundert: Li Dieus d'Amors
Guillaume de Machaut: Fortune qui oncques n'est seure
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