PER-SONAT
Das Vokal- und Instrumentalensemble PER-SONAT stellt sich die Aufgabe, die Musik des Mittelalters zu erforschen.
Gegründet wurde es ursprünglich im Jahr 2005 von der Augsburger Sängerin Sabine Lutzenberger und dem Kölner Traversflötisten Norbert Rodenkirchen, die sich dem einstimmigen Repertoire des Mittelalters widmeten. Obwohl sie auch heute noch häufig als Duo auftreten, dominieren doch inzwischen größere Besetzungen, für die Sabine Lutzenberger verschiedene Sänger, Instrumentalisten und/oder Sprecher zu spannenden Projekten einlädt, so dass die Größe des Ensembles je nach Repertoire zwischen zwei und fünf Musikern schwankt.
Der besondere Schwerpunkt liegt bei allen Aufführungen und Besetzungen auf einer an den Originalquellen orientierten Interpretation, auf einer spannenden, vitalen und fundierten Ausdeutung der mittelalterlichen Lyrik, sowie auf einer fantasievollen Einbeziehung von Spieltechniken, historischer Improvisation und Instrumentalbegleitung. Dabei geht es Lutzenberger und ihren Mitstreitern jedoch nicht ausschließlich um die Entdeckung neuer, ungeahnter musikalischer Schätze, sondern auch darum, dem Hörer im Kontext dieser Musik, die so stark mit Religion, Philosophie und Dichtung verbunden ist, die Geisteshaltung des Mittelalters zu vermitteln. So spürt Sabine Lutzenberger in ihren Programmen dem musikalischen Individuum und dessen Ausdrucksweisen nach.
Die Sängerin absolvierte 1990 ihr Blockflöten-Konzertdiplom an der Züricher Hochschule für Musik und studierte anschließend Mittelalter- und Barockgesang an der Schola Cantorum in Basel.
Seit nunmehr über zwanzig Jahren eine der herausragenden Interpretinnen auf dem Gebiet der Alten Musik, war sie langjähriges und prägendes Mitglied des ensemble für frühe musik augsburg sowie des italienischen Ensembles Mala Punica, singt aber auch in Gruppen, wie dem Huelgas Ensemble, Millenarium oder - in der zeitgenössischen Musik: - dem Klangforum Wien. Wichtige Impulse für ihr künstlerisches Schaffen erhielt sie zuerst während ihres Studiums an der Schola Cantorum in Basel, wurde und wird aber auch durch die Zusammenarbeit mit Musikern wie Pedro Memelsdorff oder Paul Van Nevel entscheidend geprägt.
Sabine Lutzenberger ist regelmäßig zu Gast auf internationalen Festivals, wie dem Festival d’Ambronay, Festival van Vlaanderen, Montalbâne, Festival Oude Muziek Utrecht, Festival de Saintes, Festival Le Thoronet, Festival „il canto delle pietre“, MDR Musiksommer, Resonanzen Wien, Zeitfenster Berlin, und vielen anderen.
Ihr Repertoire umfasst den Gesang vom 9.–17. Jahrhundert.
Kontrastierend dazu liegt einer ihrer Schwerpunkt seit einiger Zeit aber auch im Avantgarde-Gesang. So war sie etwa 2006/2009 beim Festival „4020“ Linz und „Wien modern“ (zugleich auch ihr Debut im Wiener Konzerthaus) als Interpretin zeitgenössischer Musik zu hören. Mit Bernhard Langs Komposition „Die Sterne des Hungers“ war sie 2008 mit dem Klangforum Wien unter Leitung von Enno Poppe im Kunstfest „pélerinages“ in Weimar, im Konzerthaus Wien und auf der Biennale in Venedig zu hören, außerdem unter dem Chefdirigenten des SWR Sinfonieorchesters, Sylvain Cambreling, in Lissabon und Porto. 2009 folgten CD Aufnahmen mit Bernhard Langs „Sterne des Hungers“. Im Oktober 2010 gastierte sie im Konzerthaus „Casa da Musica“, Porto/ Portugal mit Musik von Anton Webern unter dem Dirigenten Peter Rundel.
SONUS über PER-SONAT:
In diesem Ensemble finden sich engagierte Repertoirerecherche, Spezialisierung auf dieses Repertoire inklusive des daraus resultierenden, hohen technischen Niveaus, und dennoch immer freudige, beseelte Interpretationen auf's Glücklichste zusammen. So versammelt Sabine Lutzenberger in PER-SONAT stets ausgewiesene Mittelalterexperten, die dieser Epoche nicht nur klanglich - und ebenso übrigens wissenschaftlich: vom Theologen bis zum Alt-Romanisten! - bestens entsprechen, sondern auch in der Lage sind, dem Text und der Musik angemessen zu improvisieren.
Eine weitere Stärke des Ensembles sind seine ausnahmslos sehr durchdachten Programme, in denen es Sabine gelingt, sowohl dem Anspruch eines Wissenschaftlers auf sinnvolle Zusammenstellungen von Stücken gerecht zu werden, als auch dem berechtigten Wunsch eines möglicherweise noch nicht sehr Mittelalter-erfahrenen Publikums nach Genuss, Spannung und Unterhaltung in einem Konzert zu entsprechen. Besonders wären hier diejenigen Programme zuerwähnen, die Literatur und Musik des Mittelalters verbinden, und dem Hörer damit den Einstieg in das Denken und Klingen dieser Zeit oft erleichtern.
Hörproben
Heinrich von Meissen: In gottes schoß
Heinrich von Meissen: Die dry person
Anonym, 14. Jahrhundert: Li Dieus d'Amors
Guillaume de Machaut: Fortune qui oncques n'est seure
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