Deutsche Version English version

Sonus

Agentur für Alte Musik


Schwanthaler Trompetenconsort pic Schwanthaler Trompetenconsort

Gold und Juwelen, Samt und Seide, prächtig geschmückte Pferde und ein in jeder Hinsicht schillernder Hofstaat: Solche Assoziationen kommen uns heute, wenn wir an die Prachtentfaltung fürstlicher bis kaiserlicher Hofhaltung des 16. bis 18. Jahrhunderts denken. Doch ein sehr wesentlicher Aspekt der Repräsentation war natürlich auch der musikalische — und was, fanden die anspruchsvollen Potentaten der Renaissance und des Barock, wäre besser geeignet, die eigene Überlegenheit klanglich zu unterstreichen, als Trompeten und Pauken; und zwar möglichst viele davon?
Diese Präferenz wohlbestallter und ambitionierter Fürsten inspirierte — und finanzierte — naturgemäß viele Komponisten vergangener Jahrhunderte, Werke für solche Trompetenkorps zu komponieren: Einzüge und Fanfaren für Staatsbesuche oder Rossballete an den Höfen etwa, aber auch geistliche Werke für Prozessionen und Gottesdienste, weltliche Musik zur Erbauung und Unterhaltung.

Um diese ungemein prachtvolle Musik heute wieder zum Klingen zu bringen, gründete sich im Jahr 2000 in Österreich das Schwanthaler Trompetenconsort, eine Formation aus gewöhnlich um die acht Barocktrompeten und einer Pauke, je nach Programm ergänzt von weiteren Trompeten, Sängern, Orgel oder Posaunen. Das Ensemble spielt ausschließlich auf Barocktrompeten, um den historischen Klang wiederauferstehen zu lassen, der am Kaiserhof in Wien (bis zu 24 Trompeten!) und anderen höfischen Metropolen vor 200 bis 500 Jahren die Macht der jeweiligen Herrscher repräsentierte, und gehört damit zu den ganz wenigen Gruppen weltweit, die hinsichtlich ihrer Besetzung und technischen Fertigkeiten in der Lage sind, ihren Hörern diese Klangpracht heute wieder zugänglich zu machen: Eindrücke, die ein Publikum nicht so schnell vergisst!

Die anfänglich kleinere Besetzung des Ensembles entwickelte sich mit den Jahren weiter, indem immer wieder ehemalige Studenten der Gründungsformation hinzukamen, sodass das Schwanthaler Trompetenconsort heute selbst Werke mit elf und zwölf Trompeten stilistisch perfekt homogen und klanglich minutiös aufeinander abgestimmt musizieren, und damit auch den verwöhntesten Hörer uneingeschränkt begeistern kann.

Das große Faszinosum für die Musiker liegt dabei etwa darin, die feinst ziselierten Koloraturen zu meistern, wie sie in diesem Repertoire verlangt werden, aber auch im gemeinsamen Spiel über die gesamte dynamische Bandbreite einer solchen Bläsergruppe, vom zartesten Pianissimo bis zur geballten Strahlkraft von acht oder zwölf Trompeten — die gleichzeitig jedoch, dank des warmen Glanzes der barocken Instrumente, vom Publikum niemals als unangenehm laut empfunden werden.

International machte das Ensemble vor allem von sich reden, nachdem es 2011 den Hauptpreis des Biber-Wettbewerbs in St. Florian gewann. Seither folgten Konzerteinladungen etwa ins Kölner Funkhaus, zu den Tagen Alter Musik Regensburg, den Tagen Alter Musik Herne, ins Wiener Konzerthaus oder den dortigen Musikverein, zum Festival Oude Muziek Utrecht und vielen anderen renommierten Veranstaltungen. Auch die erste CD der Gruppe, L’Arte della Trombetta, erfreute sich begeisterter Rezensionen im In- und Ausland, diverse Rundfunkmitschnitte belegen die hohe Qualität ihrer Aufführungen.

Häufig wird dieses besondere Ensemble auch eingeladen, für einzelne Projekte mit anderen Gruppen zusammenzuarbeiten, etwa von Ars Antiqua Austria oder der Wiener Akademie, dem L’Orfeo Barockorchester, Akamus Berlin oder dem Festspielorchester Dresden.


SONUS über das Schwanthaler Trompetenconsort:

Acht, zehn oder zwölf Trompeten auf einem Haufen musizieren zu hören — das ist einfach ...: Wow!!!
Und leider hört man das heute viel zu selten: Schwierig genug scheint es vielerorts, auch nur drei halbwegs akzeptable Barocktrompeter für Bachs h-Moll-Messe zu finden, und mehr als vier gute Barocktrompeten zusammen spielen zu hören, kann man auf heutigen Konzertbühnen als absolutes Ausnahmeereignis verbuchen.
Schon rein prinzipiell also ist es ein reines Vergnügen, diese Formation mit ihrem glanzvollen Repertoire live zu erleben — und dass die Schwanthaler dann so perfekt homogen, so virtuos, so klangprächtig, gleichzeitig feinsinnig und intonationssicher musizieren, führt für mich den Hochgenuss zur Vollendung. Dieses zarte Clarinospiel: schwebend traumhaft! Dieser fast orgelartige Zusammenklang in geschmackvollen Piano-Passagen: mitreißend rund! Das polyphone Miteinander im Repertoire der Spätrenaissance oder des Frühbarock: beinahe vokal beweglich und dabei so strahlend!

Dieses Ensemble hinterlässt bei seinen Hörern also immer wieder bleibende Eindrücke und es zeigt auch, dass heute vielerorts etablierte Bild vom Bläserensemble als Bierzelt-Combo mit Maßkrug unterm Stuhl einen nur verschwindend kleinen (und nicht wirklich den erfreulichsten ...) Teil der Möglichkeiten einer solchen Besetzung abdeckt. Nicht umsonst waren meisterliche Trompeter in Renaissance und Barock die bestbezahlten Musiker überhaupt, wurden von Hof zu Hof weitergereicht und hoch in Ehren gehalten.

Und wenn auch leider die Bezahlung in der Alten Musik-Szene heute weit bescheidener ausfällt als in früheren Jahrhunderten, so lässt sich doch der Reiz einer technisch vollendet gespielten Barocktrompete nur durch eines übertreffen: Den Reiz von acht bis zwölf Barocktrompeten gleichzeitig!


Hörproben


Joseph Küffner: Grande Marche (Liveaufnahme)




Franz Xaver Schantl: Aufzüge zur Fronleichnamsprozession No. 4 und 7




Johann Georg Gruber: Ein Deutscher





Besuchen Sie das Schwanthaler Trompetenconsort gerne auch auf unserem YouTube-Kanal!