David Munderloh
Der TenorDavid Munderloh stammt aus San Francisco und lebt heute in der Schweiz.
Sein Repertoire umfasst Werke aus unterschiedlichsten Epochen, angefangen von englischen Lautenliedern der Renaissance bis hin zu Liedern des 19. Jahrhunderts. Auch in der zeitgenössischen Musik ist er zu Hause; dies belegt unter anderem die Grammy – Auszeichnung seiner CD mit „Chanticleer” im Jahre 2000.
Nach Europa kam der Tenor durch ein Fulbright-Stipendium, das ihm eine 3-jährige Weiterbildung zur Vertiefung seiner Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis ermöglichte. Hier studierte er bei Gerd Türk und bei Hans-Joachim Beyer (Leipzig). Wertvolle Anregungen zur Gestaltung des englischen Lautenlieds empfing er vor allem von Anthony Rooley.
David Munderloh wird regelmäßig für Solopartien in Oratorien angefragt; die Partien Händels sind ihm dabei ein besonderes Anliegen, aber auch für die Tenor- und Evangelistenpartien in den Kantaten und Passionen von J.S. Bach wird er häufig eingeladen. Für Konzerte und Aufnahme musizierte er im Laufe der letzten Jahre beispielsweise mit der Neuen Hofkapelle München (Christoph Hammer), American Bach Soloists (Jeffrey Thomas) der J.S. Bachstiftung (Rudolf Lutz), La Chapelle Rhénane (Benoît Haller) oder mit den Barockorchestern Capriccio Basel, Die Freitags Akademie, Berlin Baroque und Ricercar Consort unter Philippe Pierlot.
Als langjähriges Mitglied des amerikanischen Ensembles Chanticleer arbeitete David Munderloh mit vielen nahmhaften Orchestern, wie dem St. Paul Chamber Orchestra (Christopher Hogwood und Hugh Wolf), San Francisco Symphony Orchestra, und New York Philharmonic (Emil de Cou) und konzertierte in The Kennedy Center (Washington D.C.), New Yorks Lincoln Center, Londons Wigmore Hall und dem Concertgebouw Amsterdam.
Auf der Opernbühne erhielt er u.a. Beifall als „The Madwoman“ in Benjamin Brittens Kammeroper „Curlew River“, sowie als Acis und als Damon in Händels „Acis und Galatea“, als Don Ottavio (Don Giovanni), und als „Pilade“ in Händels Pasticcio „Orest“.
Neben der Solokarriere legt David Munderloh nach wie vor Wert auf das Singen in Vokalensembles. So ist er immer wieder zu hören mit dem Ensemble Gilles Binchois unter Dominique Vellard, Anthony Rooleys Consort of Musicke, mit dem Collegium Vocale Gent (Philippe Herreweghe), sowie bei The Harp Consort mit Andrew Lawrence-King und La Grande Chapelle (Madrid).
David Munderloh ist auch auf zahlreichne Aufnahmen zu hören, ebenso, wie in vielen Radio- und Fernsehübertragungen; Konzertreisen führten den Tenor in die USA, in die meisten europäischen Länder und oft nach Fernost.
SONUS über David Munderloh:
David verfügt über eine durchaus kräftige, dabei aber schlank geführte und sehr bewegliche Stimme, die ebenso eine mühelose und glanzvolle Höhe, als auch eine satte Tiefe aufweist.
Doch seine Interpretationen leben nicht nur vom Wohlklang, sondern auch von der großen emotionalen Intensität, die er in das, was er singt, investiert - ohne aber übertrieben oder manieriert zu agieren oder den gesungenen Werken etwas aufzudrängen, was nicht in der Musik liegt.
Hier macht sich die Tatsache bemerkbar, dass er sowohl in den USA, als auch in Basel eine Ausbildung durchlief, in der es nicht nur um Stimmgewalt und Schönklang ging, sondern in der sehr viel an wissenschaftlichen Grundlagen und Hintergrundswissen vermittelt wurde. So interpretiert David stilsicher und in text- und musikadäquater Rhethorik, was nicht nur Arien und Ensembles, sondern gerade auch Rezitativen hervorragend bekommt.
Hörproben
Georg Friedrich Händel: 'Comfort me' aus 'Messiah' - live
Johann Sebastian Bach: 'Ach, mein Sinn' aus 'Johannes Passion' - live
|